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30.09.2009 | Genomische Selektion

Aus der genomischen Selektion kommen Jungstiere mit sehr hohen (genomisch optimierten) Zuchtwerten mit mittlerer Sicherheit. Setzen Sie diese ein? Wenn ja, was ist Ihnen dabei wichtig?


Autor  |  Erstellt am 30.09.2009 13:53  |  Kommentare 11 Kommentare  |  Artikel Neuer Kommentar erfassen



echt? Auch in der Schweiz?
welches sind denn diese Stiere?
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Gute Sache, zumindst ist ab kommenden Jahr der Jungbullenverkauf mit genomischen Werten nach Deutschland auch möglich

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Einzelne unserer jungen Stiere (Prfüstiere, Typstiere) weisen in ihrem Ursprungsland sehr hohe genomisch optimierte Zuchtwerte auf. Da Interbull aber bis anhin noch keine Empfehlung zur Umrechnung abgeben konnte/wollte, werden diese in der Schweiz nicht ausgewiesen.

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Wird es nicht gefährlich, durch das Wissen des geonomischen Zuchtwertes, dass auch der Inzuchtgrad steigen wird und andere Linien bald verloren sind?

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Diese Gefahr besteht tatsächlich. Aber auf der adneren Seie ermöglicht die genomische Selektion auch, neue Linien zu entdecken und den Inzuchtanstieg zumindest besser zu verfolgen.
Wären Sie bereit, einen Stier aus einer komplett unbekannten Familie einzusetzen und dafür auf einen Stier aus einer bekannten Linie, mit der Sie schon gute Erfahrungen gemacht haben, zu verzichten?

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Wie sollen diese neuen Familien und Linien selektiert werden? Bei den heutigen Kosten fuer die GS ist ein breitgefaechertes Screening der Population, um eine seltene, gute Familie zu finden, nicht finanzierbar.

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Die Genomische Selektion bietet viele Vorteile und die Chance, neue wertvolle Zuchtlinien und Stierenmütter zu finden. Vorallem solche die bisher unentdeckt blieben, da sie auf Durchschnittsbetrieben bei "normaler Fütterung" gehalten wurden und es darum nicht auf die Top Indexlisten oder aufs Podest an wichtigen grossen Schows schaften. Die Gefahr besteht, dass zum Vornherein hauptsächlich solche Tiere genomisch getestet werden deren Familien bereits in den Toplisten standen oder im Schauring bekannt wurden. Die wertvolle Genetik der normalen Kühe in den Ställen der Durchschnittsbetriebe wird weiterhin unentdeckt bleiben, falls diese Züchter ihre Tiere nicht selber testen lassen...
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Das ist grundsätzlich so, wenn man hier auch ergänzen sollte, dass die traditionellen Zuchtwerte da schon ein Hilfsmittel sind, unerkannte Top-Kühe zu erkennen.
Auf jeden Fall ermutigen wir die Züchter, von der genomischen Selektion Gebrauch zu machen.

Anmerkung: Wir haben den Zuchtorganisationen vorgeschlagen, dass in einer gemeinsamen Aktion die Zuchtverbände zusammen mit den KB-Organisationen und den Besitzern mehrere hundert Top-Kühe (was Top-Kühe sind, wäre dabei noch zu definieren!) pro getestet werden. Dies weniger, um neue Top-Kühe zu finden als vielmehr jene darunter zu erkennen, die genetisch gesehen eben nicht so top sind. Die ganze Rasse würde davon profitieren.

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Diesen Vorschlag finde ich begruessenswert. Die Aktion sollte jedes Jahr fortgesetzt werden, um den Stierenmuetterpool zu aktualisieren. Da aber mit einem ZW-Abfall bei den Stierenmuetter zu rechnen ist, wird sich kaum ein Besitzer beteiligen.

Es sollten von den Verbaenden das Testen von Tieren finanziert werden, die wegen eines Systemfehlers falsch geschaetzt werden, z.B. bei einer unfall- oder krankheitsbedingt reduzierten Eigenleistung. Dabei waere ein genomischer Schwellenwert zur Auszahlung der Finanzierung auch denkbar.

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Nun ist nach den ersten Resultaten beim Braunvieh bereits die grosse Ernüchterung eingekehrt. So beträgt die Sicherheit der neuen Werte beispielsweise heute nur ganze 47B%. Die Kosten pro Stier inkl. Blutentnahme von rund Fr. 500.- sind m.E. zudem sehr hoch und kaum gerechtfertigt. Wie verwendet nun Swissgenetics die vorhandenen Resultate für Stiere, welche kurz vor dem Prüfeinsatz stehen und wann werden diese DGZW veröffentlicht?
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Ernüchterung auf den ersten Blick ja: Neben der Sicherheit von "bloss" 47% auch DGZW, welche im Durchschnitt rund 330 kg tiefer sind als die Abstammungs-Zuchtwerte.
Zur Sicherheit: Lieber eine unter- aus überschätzte Sicherheit. Wir erwarten zudem, dass mit dem Einbezug der traditionellen ZW der Eltern die Sicherheit der genomischen ZW (GOZW) noch steigen wird.
Zur Höhe der DGZW: Wenn wir bei den traditionellen Milch-ZW einen Rückgang von mehreren hundert Kilogramm von den Abstammungs- zu den Nachzuchtprüfungs-ZW selbst nach der Korrktur auf die gleiche Basis feststelen, dann ist es positiv zu werten, dass die DGZW tiefer ausfallen.
Wir verwenden nun die DGZW in erster Linie einmal zur Auswahl unter Vollbrüdern aus. Zweites wollen auch wir weitere Erfahrungen sammeln, bevor wir Entscheide mit weitreichenden Konsequenzen fällen.
Zur Veröffentlichung der Resultate: Alle DGZW werden von den Zuchtverbänden jeweils nach der nächsten Interbull-Zuchtwertschätzung auf ihrer Website publiziert werden. Es sind provisorische Werte, die noch nicht offiziellen Charakter haben.



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